
KAPSELFIBROSE: Ursachen, Symptome und Behandlung
Kapselfibrose, oder auch Kapselverhärtung, ist eine der häufigsten Beschwerden nach einer Brustvergrößerung oder Brustrekonstruktion mit Implantaten. Sie tritt auf, wenn der Körper stark auf das Implantat reagiert. Die natürliche Bindegewebskapsel um das Implantat verhärtet sich.
Während moderne Implantate das Risiko minimieren, kann Kapselfibrose insbesondere bei älteren Implantaten zu Schmerzen und sichtbaren Brustverformungen führen.
In diesem Artikel lernen Sie, wie Kapselfibrose entsteht. Sie erfahren auch, welche Symptome auftreten können. Wir erklären, wie die Krankheit diagnostiziert und behandelt wird. Außerdem zeigen wir, welche Maßnahmen zur Vorbeugung helfen können.
Dauer des Eingriffs

2-4 Stunden
Wieder Arbeitsfähig:
1 -2 Wochen

Gesellschaftstauglich:

1 Woche
Was ist eine Kapselfibrose?
Wenn das Immunsystem auf das Implantat reagiert
Jedes Brustimplantat wird vom Körper als Fremdkörper erkannt. Deshalb bildet sich nach der Operation immer eine dünne Bindegewebsschicht um das Implantat, die als natürliche Schutzreaktion dient. In den meisten Fällen bleibt diese Gewebekapsel weich und elastisch, sodass keine Beschwerden auftreten.
Bei einigen Frauen kann es jedoch dazu kommen, dass sich die Kapsel verdickt und verhärtet. Dadurch entsteht ein Druck auf das Implantat, der zu Spannungsgefühlen, Schmerzen und sichtbaren Veränderungen der Brustform führen kann. Dieser Prozess wird als Kapselfibrose bezeichnet.
Bei älteren Implantaten war das Risiko einer Kapselfibrose viel höher, manchmal über 10 %. Mit modernen Implantaten hat sich die Situation stark verbessert. Heute ist nur etwa eine von 100 Frauen betroffen, wenn sie ein Implantat neuester Generation trägt.
Warum entsteht eine Kapselverhärtung?
Ursachen und Risikofaktoren im Überblick
Die genaue Ursache für die Entstehung einer Kapselfibrose ist noch nicht vollständig erforscht. Verschiedene Faktoren können das Risiko aber erhöhen.
Die Beschaffenheit des Implantats spielt dabei eine wesentliche Rolle. Ältere Implantate mit glatter Oberfläche sind anfälliger für Kapselfibrose, während moderne nanotexturierte Modelle das Risiko senken.
Die Lage des Implantats ist wichtig. Studien zeigen, dass Implantate unter dem Brustmuskel seltener zu Kapselfibrose führen. Implantate, die über dem Muskel eingesetzt werden, haben ein höheres Risiko.
Zusätzlich können Infektionen nach der Operation oder eine mikrobielle Kontamination während der Operation Entzündungen auslösen. Diese Entzündungen können zu einer übermäßigen Kapselbildung führen. Auch Blutergüsse oder Ansammlungen von Flüssigkeiten um das Implantat herum können diesen Prozess begünstigen.
Neben äußeren Faktoren spielt auch die genetische Veranlagung eine Rolle. Frauen mit einer Neigung zu überschießender Narbenbildung sind häufiger betroffen. Besonders gefährdet sind zudem Patientinnen, die sich aufgrund einer Brustkrebserkrankung einer Bestrahlung unterziehen mussten. Die Bestrahlung verändert das Gewebe und kann die Wahrscheinlichkeit einer Kapselfibrose erheblich steigern.
Die vier Stadien der Kapselfibrose: Klassifikation nach Baker
Kapselfibrose verläuft in unterschiedlichen Schweregraden, die nach der Baker-Klassifikation in vier Stufen eingeteilt werden.
Im ersten Stadium (Baker I) ist die Brust weich und natürlich, es gibt keine Beschwerden.
In Stadium II treten leichte Verhärtungen auf, die tastbar sind, jedoch die äußere Brustform noch nicht verändern. Schmerzen können in diesem Stadium bereits auftreten, sind aber nicht zwingend vorhanden.
Ab Stadium III wird die Kapselfibrose sichtbar, da sich die Brustform verändert und die Verhärtung deutlich spürbar ist. In diesem Stadium kommt es zunehmend zu Beschwerden.
Im schwersten Stadium, Baker IV, ist die Brust stark verhärtet und schmerzhaft. Oft treten sichtbare Deformationen und Asymmetrien auf. In diesen Fällen ist ein chirurgischer Eingriff meist unumgänglich.
Frauen mit älteren Implantaten bemerken die ersten Anzeichen einer Kapselfibrose häufig nach fünf bis zwanzig Jahren. Sobald Spannungsgefühle, Schmerzen oder optische Veränderungen auftreten, sollte eine ärztliche Untersuchung erfolgen, um eine frühzeitige Diagnose zu ermöglichen.
Wie wird eine Kapselverhärtung diagnostiziert?
Untersuchungen und bildgebende Verfahren
Die Diagnose einer Kapselfibrose beginnt mit einer ausführlichen Untersuchung durch einen erfahrenen plastischen Chirurgen. Durch eine manuelle Tastuntersuchung kann der Arzt bereits erste Hinweise auf eine Verhärtung der Kapsel erhalten.
Um die Diagnose zu sichern, werden häufig bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) eingesetzt. Ultraschall kann erste Hinweise auf eine Kapselverdickung geben. Das MRT liefert genauere Informationen über das Gewebe und den Zustand des Implantats. Diese Untersuchungen helfen nicht nur dabei, eine Kapselfibrose sicher zu diagnostizieren, sondern auch das Stadium der Erkrankung einzuschätzen.
Kapselfibrose behandeln: Welche Therapie ist die richtige?
Je nach Schweregrad der Kapselfibrose stehen unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. In leichten Fällen, insbesondere bei Baker II, kann eine konservative Therapie helfen, die Beschwerden zu lindern. Dazu zählen spezielle Massagetechniken, physikalische Therapie und in einigen Fällen medikamentöse Behandlungen.
Es gibt neue Ultraschallmethoden. Diese Methoden verbessern die Durchblutung und Elastizität des Gewebes. So können sie die Verhärtung reduzieren. Wenn die Kapselfibrose sehr fortgeschritten ist, ist oft eine Operation erforderlich. Dies geschieht normalerweise in den Stadien Baker III oder IV.
Eine Möglichkeit ist der Implantatwechsel. Hier wird das alte Implantat entfernt und durch ein neues, modernes Modell ersetzt. Alternativ kann eine Kapsulotomie durchgeführt werden, bei der die verhärtete Kapsel eingeschnitten wird, um das Implantat zu entlasten.
In schwereren Fällen erfolgt eine Kapsulektomie, bei der die verdickte Kapsel teilweise oder vollständig entfernt wird. Bei starken Verhärtungen oder Verkalkungen kann eine En-bloc-Resektion nötig sein. Dabei wird die gesamte Kapsel mit dem Implantat entfernt.
Sollte die Patientin kein neues Implantat wünschen, kann alternativ eine Brustrekonstruktion mit Eigenfett in Betracht gezogen werden. Dabei wird körpereigenes Fettgewebe entnommen und zur Volumenauffüllung in die Brust eingebracht. Diese Methode vermeidet eine erneute Fremdkörperreaktion und bietet eine natürliche Alternative.
Kapselfibrose vermeiden: Präventionsmaßnahmen für langfristige Implantatgesundheit
Obwohl eine Kapselfibrose nicht in jedem Fall verhindert werden kann, gibt es verschiedene Maßnahmen zur Risikominimierung. Die Wahl eines modernen Implantats mit nanotexturierter Oberfläche kann das Risiko deutlich reduzieren. Auch die Platzierung des Implantats unter dem Brustmuskel bietet einen zusätzlichen Schutz.
Ein weiterer entscheidender Faktor ist eine sterile OP-Technik. Eine keimfreie Umgebung während des Eingriffs minimiert das Infektionsrisiko und damit auch das Risiko einer Kapselfibrose.
Zudem sollten Patientinnen nach der Operation auf eine sorgfältige Nachsorge achten. Dazu gehört, einen speziellen Stütz-BH zu tragen. Vermeiden Sie schweres Heben und körperliche Anstrengung in den ersten Wochen.
Regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Facharzt helfen dabei, mögliche Veränderungen frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu reagieren.
Wann Sie handeln sollten und warum eine rechtzeitige Diagnose wichtig ist
Kapselfibrose ist eine seltene, aber ernstzunehmende Komplikation, die zu Schmerzen und Brustverformungen führen kann. Besonders Frauen mit älteren Implantaten sollten aufmerksam auf erste Symptome achten. Moderne Operationsmethoden ermöglichen heute eine effektive Behandlung, sei es durch einen Implantatwechsel oder alternative Verfahren wie den Eigenfettaufbau.
Wenn Sie Veränderungen an Ihrer Brust sehen, sprechen Sie frühzeitig mit einem Facharzt. Wenn Sie Fragen zur Kapselfibrose haben, können Sie ebenfalls einen Facharzt kontaktieren.
Eine persönliche Beratung ist wichtig. Sie hilft, die beste Lösung für Ihre Situation zu finden. So bleibt Ihre Lebensqualität erhalten.
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FAQ
Eine Kapselfibrose ist eine Verhärtung der natürlichen Bindegewebskapsel, die sich nach einer Brustvergrößerung oder Brustrekonstruktion um das Implantat bildet. Während diese Kapsel normalerweise weich bleibt, kann es in manchen Fällen zu einer übermäßigen Verdickung und Verhärtung kommen. Diese verursacht Schmerzen, Spannungsgefühle und eine sichtbare Verformung der Brust.
Kapselfibrose ist keine lebensbedrohliche Erkrankung, kann jedoch erhebliche Beschwerden verursachen. In schweren Fällen führt sie zu anhaltenden Schmerzen und Deformationen der Brust. Eine rechtzeitige Diagnose und eine passende Behandlung sind wichtig. So kann die Lebensqualität der betroffenen Frauen verbessert werden.
Die Häufigkeit hängt von verschiedenen Faktoren ab. - Es gibt verschiedene Faktoren, die das Risiko beeinflussen.
- Dazu gehören die Art des Implantats, die Operationstechnik und die Gewebeeigenschaften.
- Bei älteren Implantaten war das Risiko deutlich höher. Es lag teilweise über 10 %. Dank moderner Implantattechnologien ist das Risiko heute auf etwa 1 % gesunken.
Typische Anzeichen sind eine zunehmende Verhärtung der Brust, Spannungsgefühle oder Schmerzen. In fortgeschrittenen Stadien kann sich die Brustform verändern, was oft zu einer sichtbaren Asymmetrie führt. Falls Sie solche Veränderungen bemerken, sollten Sie einen Spezialisten für plastische Chirurgie aufsuchen.
Kapselfibrosen werden nach der Baker-Klassifikation in vier Grade unterteilt:
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Baker I: Keine Beschwerden, die Brust ist weich und natürlich.
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Baker II: Leichte Verhärtung, die tastbar, aber äußerlich nicht sichtbar ist. Schmerzen können auftreten.
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Baker III: Sichtbare Brustverformung mit deutlicher Verhärtung und zunehmenden Schmerzen.
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Baker IV: Starke Verhärtung mit massiven Schmerzen, deutlicher Deformation und Empfindlichkeit bei Berührung.
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Die Diagnose erfolgt durch eine körperliche Untersuchung und bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder Magnetresonanztomographie (MRT). Diese Untersuchungen helfen, den Schweregrad der Kapselfibrose einzuschätzen und die richtige Therapie zu wählen.
Die Behandlung hängt vom Stadium der Kapselfibrose ab. Bei leichten Fällen können Massagen, physikalische Therapie oder entzündungshemmende Medikamente helfen. Fortgeschrittene Stadien (Baker III und IV) brauchen oft eine Operation.
Diese kann eine Kapsulotomie oder eine Kapsulektomie sein. In manchen Fällen wird das Implantat ersetzt oder durch eine alternative Methode wie eine Eigenfett-Transplantation ersetzt.
In den frühen Stadien kann eine Kapselfibrose manchmal stillstehen. Sie kann auch durch einfache Behandlungen gelindert werden. Fortgeschrittene Fälle heilen jedoch nicht von alleine und erfordern meist eine medizinische oder operative Behandlung.
Ja, in seltenen Fällen kann sich nach einer Kapsulektomie oder einem Implantatwechsel erneut eine Kapselfibrose entwickeln. Durch moderne Implantate, optimierte OP-Techniken und sorgfältige Nachsorge kann das Risiko jedoch erheblich reduziert werden.
Obwohl eine Kapselfibrose nicht vollständig verhindert werden kann, gibt es verschiedene Maßnahmen zur Risikoreduzierung. Die Wahl eines guten, nanotexturierten Implantats ist wichtig. Auch die Platzierung unter dem Brustmuskel hilft. Eine saubere Operationstechnik verringert das Risiko einer Kapselfibrose deutlich.
Eine gute Nachsorge ist wichtig. Dazu gehören regelmäßige Kontrollen und das Tragen eines Stütz-BHs. In den ersten Wochen nach der Operation sollten starke Belastungen vermieden werden. So kann das Risiko minimiert werden.
Kapselfibrosen können bereits in den ersten Monaten nach der Operation auftreten, aber auch erst nach mehreren Jahren. Die meisten Fälle entwickeln sich innerhalb der ersten fünf bis zehn Jahre. Besonders Frauen mit Implantaten, die älter als zehn Jahre sind, sollten regelmäßig ihre Brust untersuchen lassen.
Ein Implantatwechsel ist nicht in jedem Fall erforderlich. In einigen Fällen kann die Kapsel behandelt oder entfernt werden, ohne das Implantat auszutauschen. Wenn jedoch eine erneute Kapselfibrose wahrscheinlich ist oder das Implantat beschädigt ist, wird häufig ein Wechsel empfohlen.
Falls eine Patientin sich gegen neue Implantate entscheidet, gibt es die Möglichkeit einer Brustrekonstruktion mit Eigenfett. Hierbei wird körpereigenes Fettgewebe zur Volumenauffüllung verwendet, wodurch das Risiko einer erneuten Kapselfibrose ausgeschlossen wird.
In der Regel zahlen Krankenkassen die Kosten für die Entfernung eines Implantats. Dies gilt bei nachgewiesener Kapselfibrose, meist ab Baker III oder IV. Die Kosten für den Ersatz des Implantats müssen oft selbst getragen werden. Auch alternative Behandlungen, wie die Eigenfett-Transplantation, sind häufig nicht abgedeckt.
Wenn Sie Veränderungen an Ihrer Brust bemerken, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Achten Sie auf Spannungen, Verhärtungen oder Schmerzen. Ein Facharzt für plastische Chirurgie kann Ihnen helfen. Eine frühzeitige Diagnose ermöglicht die bestmögliche Behandlung und kann verhindern, dass die Kapselfibrose fortschreitet.
Wenn Sie Fragen haben, können Sie uns kontaktieren. Wenn Sie eine persönliche Beratung möchten, können Sie einen Termin für ein erstes Gespräch vereinbaren.